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Muss ich auf einen Wettkampf um ein richtiger Apnoetaucher zu sein ?

Muss ich auf einen Wettkampf um ein richtiger Apnoetaucher zu sein ?

Es stimmt, ich muss mal wieder einen Blog für die Webseite schreiben. Es ist unheimlich viel passiert in den letzten Wochen/Monaten. Da war die unvergessliche Zeit auf den beiden Sharkschools mit Erich Ritter. Eine Woche im roten Meer und die sagenhafte Sharkschool auf den Bahamas. Danach die Boot in Düsseldorf, in der ich meine Kumpels von Behind the Mask, Mares, Phil und viele mehr getroffen habe. Dazu sollte ich eigentlich auch mal was schreiben – interessant ist ja auch wohin der Markt im Freediving geht. Was auch noch mal beschrieben werden muss ist die tolle Entwicklung und das große Interesse an meinem Relaqua Programm, welches ja auch erst seit einem Jahr von mir forciert wird. Dazu kommen Artikel, die man über das Seatrekking schreiben muss – das brennt mir auch unter den Fingern. Alleine die Zeit fehlt ein wenig.

 

Das Freediving ist für viele ein unerklärliches Phänomen. Nachdem sich vor einigen Jahren, viele auf das Thema Freediving gestürzt haben, wird es heute in der Tauchbranche nicht mehr ganz so heiß gehandelt. Einige haben es sich leichter vorgestellt, Equipment und Reisen für Freediver anzubieten. Dabei hat man nicht immer versucht die Freediver zu verstehen.

 

Wer sind eigentlich Freediver ? Ich unterscheide grob immer in drei Gruppen :

 

  1. Die Challenge, was kann ich mit einem Atemzug erreichen. Was kann ich tun um mit diesem einen Atemzug weiter, tiefer und länger zu tauchen ?
  2. Die Suche nach dem Naturerlebnis. Wie komme ich näher an Tiere ran, bzw. wie kann ich einfach beim Schnorcheln länger unten bleiben
  3. Die Entspannung. Der Apnoetaucher ist zur Entspannung verdammt. Nur entspannt kann er Leistung bringen. Dazu nutzt er Techniken aus dem autogenen Training, Yoga, Pranayama, Meditation und vieles mehr.

 

Zu Beginn meiner Apnoezeit, war für mich die Challenge der absolute Antrieb. Ich wollte unbedingt in den Club 145. Das war ein inoffizieller Club, gegründet von den Sydney Freedivers. Sie schätzten genau, wie die meisten Freediver das gemeinsame Training von Beginnern und Fortgeschrittenen. Aber, einmal im Monat war das Pooltraining nur für Mitglieder des Clubs 145 geöffnet. Nur wer 100m Strecke, 40m Tiefe und 5 Minuten die Luft anhalten konnte, war im Club 145. Heute gibt es den Club 145 in zahlreichen Vereinen. Zum Teil auch als öffentliche Wall of Fame, wie z.b. bei unseren Freunden vom Tauchclub Manatees in Sindelfingen : http://www.tc-manatees.de/freitauchen/club-145/

 

Erst als ich zum ersten Mal diese magischen Grenzen überwunden hatte, fühlte ich mich als richtiger Apnoetaucher. Mit diesen Ergebnissen hatte man in jedem Fall eine Schallmauer durchbrochen. Denn mit moderatem zeitlichen Trainingsaufwand, der dem eines Freizeit Tennisspielers oder unambitionierten Joggers gleicht, kann man doch relativ einfach irgendwann 75m Strecke, 4 Minuten Apnoe und 30m tief tauchen. Natürlich tut man sich in irgendeiner Disziplin immer etwas schwerer, meistens beim Tieftauchen mit dem Druckausgleich. Von vier zu fünf Minuten oder von 75m auf 100m, natürlich auch die 40m – das sind Ergebnisse für die man trainieren muss. Wer ein Ziel hat, dem gelingt so etwas. Ein solches Ziel kann auch ein Wettkampf sein. Wer sich für einen Wettkampf anmeldet, der trainiert dafür, während ohne ein Ziel sehr häufig Entschuldigungen herbeigezogen werden um das Training ausfallen zu lassen.

 

Es gibt das Sprichwort – „ein Apnoetaucher schaut sich keine Dinge an, er schaut nach Innen“. Aber ein Apnoetaucher geht keinen Kompromiss ein, nach dem Motto „er kann ja nicht so lange unten bleiben, daher ist er kein richtiger Taucher“. Wer schon mal mit Walen, Delfinen, Haien und Mantas getaucht ist, der weiß das diese Interaktionen ohne Gerät leichter sind und intensiver. Die Idee der Reduktion setzt sich also hier fort – Qualität vor Quantität. Das bedeutet, kürzere Erlebnisse, die aber so intensiv sind, dass sie länger nachhallen. Und auch wenn ich nur unkompliziert am Strand sitze und mit meinem Schnorchelzeug ins Wasser gehe. Das Tauchen mit nur einem Atemzug ist nicht an eine Tiefe gebunden und die Grenzen zwischen einem Schnorchler, der ein paar Meter hinab taucht und einem Freediver der vielleicht etwas tiefer taucht, sind fließend. Warum sollte dieser Schnorchler nicht in einem Apnoekurs die Atem- Abtauch und Sicherungstechniken erlernen um noch mehr davon zu haben.

 

Zu guter Letzt die Menschen welche die Entspannung suchen. Wir kann ich auf den Punkt entspannen. Wie schaffe ich es einen niedrigen Puls zu haben. Auch diese Menschen sind in einem Apnoekurs oder noch besser einem Relaqua Kurs sehr gut aufgehoben. Entspannung ist mit den Entspannungsmethoden und dem Tauchreflex im Wasser sehr viel einfacher möglich.

 

Natürlich gibt es nicht den reinen Challenger, dem die Unterwasserwelt völlig egal ist und der sich nicht um Entspannung kümmert. Alles gehört zusammen, auch wenn der einzelne seine Schwerpunkte oder den Grund seines Tuns anders begründet.

 

Alle sind wir Freediver und doch ist ein Ziel für alle interessant, die sich steigern möchten. Wettbewerbe zeigen, wie gut man mit dem Stress des Wettkampfes umgeht. Wie gut ich entspannen kann, wenn ich unter Druck stehe.

 

Also immer entspannt bleiben, ruhig in den Bauch atmen und versuchen bei sich zu bleiben. Freediving ist für alle da, die sich darauf einlassen möchten und im Mittelpunkt stehen immer spannende Erlebnisse, völlig gleich, ob sie mit Interaktion, tollen Ergebnissen oder einer Selbsterfahrung zusammen hängen.

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