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Freediving mit Handicap

Freediving mit Handicap

Ein Kurs auf den ich mich mega gefreut habe, aber auch ein wenig nervös war. Ich war gespannt darauf, wie der Tag mit Simon ablaufen wird! Aber meine Nervosität war umsonst – es war einfach eine tolle Lebenserfahrung mehr, so einen coolen und aufgestellten Menschen wie Simon kennen zu lernen… und vor allem miteinander das Gefühl im Wasser neu zu entdecken und zu erleben! Aber lest doch am besten selbst seinen Bericht!

Liebe Grüsse Rene

 

Meine Eindrücke beim Freediving Basis Kurs mit René Trost

Vor 2,5 Jahren hatte ich einen Sportunfall, seither bin ich querschnittsgelähmt. Das heißt bei mir, dass ich ab dem Bauchnabel abwärts kein Gefühl und keine Kraft mehr in den Beinen habe. Schon vor dem Unfall war ich sportlich sehr aktiv. Trotz meiner Beeinträchtigung versuche ich aktiv zu bleiben und probiere immer wieder neue Sachen aus. Heute das Freitauchen.

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Der Tageskurs hat im Toggenburg am Samstag 23. August 2014 stattgefunden und war auf zwei Hauptelemente aufgeteilt gewesen. Am Vormittag waren ein Theorieblock und am Nachmittag der Wasserteil vorgesehen. Zusammen mit meiner Schwester Martina und ihrem Freund Philipp haben wir den Weg vom Züricher Unterland nach Ulisbach unter die Räder genommen. Vor Ort sind wir von René herzlich willkommen geheißen worden und genossen bei Kaffee und Gipfeli die interessanten Ausführungen und Grundkenntnisse der äußerst facettenreichen Materie des Freitauchens. Gespannt durften wir die sehr lehrreichen Theoriemodule der verschiedenen Teilbereiche vom Spezialisten direkt erfahren. Nach einer kleinen Schlussprüfung ging es gegen Mittag weiter Richtung Nesslau ins Schwimmbad um die erlernten Erkenntnisse selbst im Wasser umzusetzen. Ich freute mich riesig und war gespannt wie der gesamte Ablauf mit Vorbereitung, Material anziehen und Transfer ins Wasser ablaufen würde!

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Wir wurden im Hallenbad bereits erwartet und ich konnte mich in einem separaten Raum auf einer Liege umziehen. Ein spezieller Duschrollstuhl wurde mir zur Verfügung gestellt. Über einen Treppenplattformlift bin ich dann in die Schwimmhalle gelangt. Die Infrastruktur war ausgezeichnet und die Betreuung durch das Bademeister Team Sonja und Heinz Baumann, war sehr freundlich und hilfsbereit. Als Vorbereitung, bevor wir ins Wasser gingen, mussten wir die Brustmuskulatur mit Hilfe von Dehnübungen lockern um das maximale Lungenvolumen zu erreichen. Nun war der Zeitpunkt gekommen die Neoprenhosen anzuziehen. Mit vereinten Kräften und René’s Routine war das absolut kein Problem. Die letzte Trocken-Übung war zur Entspannung gedacht um den Puls und den Kreislauf zu beruhigen. Mir hat diese Übung sehr gut gefallen, da man sich nochmals intensiv Zeit für eine tiefe und ruhige Atmung (vergleichbar mit Meditationsübungen) genommen hat. Jetzt ging es aber definitiv los ins Wasser. Über einen Poollift konnte ich das locker bewerkstelligen. Im Wasser legte ich noch das fehlende Material wie Neoprenjacke und Taucherbrille mit Unterstützung an. Zuerst begannen wir mit der Statik-Vorbereitungsübung. Bei der Statik geht es darum ohne körperliche Anstrengung auf dem Bauch liegend möglichst lange die Luft unter Wasser anzuhalten. Ich fand es unglaublich spannend, welche Fortschritte ich in kurzer Zeit machte. Anhand einer CO2-Tabelle konnte man sich Schritt für Schritt verbessern und länger unter Wasser bleiben. Wirklich faszinierend!

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Für die zweite Wasserlektion, das Streckentauchen, mussten wir zusätzlich einen Bleigurt um die Hüfte schnallen um besser im Wasser liegen/tauchen zu können. Martina und Philipp bekamen zusätzlich lange Schwimmflossen. Natürlich konnte ich nur mit meinen Armen nicht dieselbe Distanz zurücklegen wie meine beiden Tauchkollegen mit Flossen. Trotzdem hat es mir extrem Spass gemacht und ich genoss das schwerelose Gefühl im Wasser total, wobei ich auch meine körperlichen Einschränkungen eine Zeit lang weniger spüren konnte.

Ich fand die erste Freediving-Erfahrung genial. Dieser Tag hat mir sehr viel Freude bereitet und ich bedanke mich bei René, Philipp und Martina herzlich für die Ermöglichung. Ich freue mich bereits jetzt auf meine nächsten Erlebnisse beim Freitauchen.

 

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