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Höhlentauchen im größten betauchbaren Bergwerk Europas

Höhlentauchen im größten betauchbaren Bergwerk Europas

Dunkelheit, Enge, Kälte und kein Weg nach oben – wirklich schön hören sich diese Schlagworte als begeisterter Sporttaucher nicht an und trotzdem sind dies Synonyme für einen einmaligen, beeindruckenden und atemberaubenden Tauchgang.

Doch erstmal der Reihe nach: Samstag 9 Uhr, Treffpunkt im Anmeldebüro für das Bergwerktauchen in dem kleinen Örtchen Nuttlar im Hochsauerlandkreis. Noch frage ich mich, wo denn hier ein Bergwerk sein soll und was Taucher aus ganz Europa hier her zieht.

Dort angekommen stand als Erstes das Briefing auf dem Programm, bei dem alle Risiken besprochen, alle Formalitäten geklärt (es darf nur mit gültiger Tauchtauglichkeitsbescheinigung und gültigem Versicherungsnachweis getaucht werden) und das Labyrinth des Bergwerks anhand von Karten studiert wurde. Thomas, mein sehr kompetenter Guide, erklärte jedem Höhlentaucher genau, welche Möglichkeiten und Wege der betauchbare Bereich, genannt „Katze“, den einzelnen Tauchern bietet. Thomas kannte sich bestens aus im Bergwerk.

Doch nun zurück zu meiner Frage, wo war eigentlich dieses Bergwerk? Antwort: Näher als gedacht. Vorbei am Anmeldebüro, nach 100m durch den Wald war der unverkennbare Eingang. Ein Container der regelrecht in den Berg und damit an den Start des Bremsbergs reingerammt wurde, diente dabei als Umkleide.

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Dort angekommen konnte ich den ersten Blick in das Bergwerk erhaschen. Bereits dieser Anblick war mehr als beeindruckend. In kompletter Ausrüstung ging es die ersten 50m bergab an den Schienen entlang, bevor über eine speziell für Taucher gebaute Plattform der Einstieg in das Wasser möglich ist. Nach einem letzten Check der Ausrüstung ging es dann ins Wasser. Sofort fiel mir das kristallklare Wasser auf, das Sichtweiten von ca. 20-25 m ermöglichte.

BD__5877_blog BD__1170_BlogDiese Sichtweiten sind wohl an der Tagesordnung und ist doch eine Entschädigung für die 8 Grad Wassertemperatur, die natürlich das ganze Jahr gleich bleibt. Die ersten Meter ging es an der Oberfläche entlang, bevor es tiefer in das Bergwerk hineinging. Absolut atemberaubend die kristallklare Sicht, die Schienen der Loren, Abbauten, die wie große Hallen wirken und natürlich die Loren selbst. Man findet noch alles so vor, wie es einst von den Bergleuten verlassen wurde. Da Bilder mehr sagen als tausend Worte, kommen hier einige Bilder, die mir freundlicherweise von Björn Dorstewitz zur Verfügung gestellt wurden (www.UWPICs-Bjoern.de)

Wie die Bilder schon verraten, ein wirklich einzigartiger Tauchgang. Doch wie kam es eigentlich zu dem gefluteten Bergwerk. Nach der Stilllegung des Bergwerks im Jahre 1984 wurde der Strom und somit auch die Pumpen abgeschaltet, die das ständig eindringende Wasser in die Ruhr förderten. Von den insgesamt fünf Ebenen sind die unteren zwei auf einer Länge von ca. 12 km komplett geflutet. Auf der Mittleren Förderstrecke erreicht man eine maximale Tauchtiefe von 14 Meter und auf der unteren werden bis zu 39 Meter Tiefe erreicht.

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Neben der Möglichkeit zu tauchen, gibt es natürlich auch für Nichttaucher Trockenführungen.

Für alle Taucher, die bereit sind ein weiteres Abenteuer zu erleben bietet die Tauchschule am Sorpesee Schnuppertauchgänge in dem Bergwerk an. Für nur 59€ kann man einen ersten Cavern Schnuppertauchkurs buchen, bei dem ein erfahrener Tauchguide die Führung übernimmt und einen ersten Eindruck für das Höhlentauchen vermitteln kann.

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Alle weiteren Informationen findet man unter http://www.bergwerktauchen.de oder www.tauchschule-sorpesee.de

Das Team um Matthias Richter steht für alle Fragen und Informationen rund um das Bergwerktauchen gerne zur Verfügung.

An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an Matthias und Thomas, die mich für das Höhlentauchen mehr als begeistert haben.

Euer Carsten

 

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3 Kommentare to “Höhlentauchen im größten betauchbaren Bergwerk Europas”

  1. Sigrun Eis 22. Dezember 2014 - Antworten

    Sind die Cavern Tauchgänge auch für völlig unerfahrene Taucher geeignet?
    Ich habe erst seit letzten Jahr meinen OWD und bisher noch keine Gelegenheit seit meinem Kurs zu tauchen.

    • Mares 23. Dezember 2014 - Antworten

      Hallo Sigrun,

      hier die Vorraussetzungen für das Tauchen im Cavern Bereich:
      – Mindestens OWD oder äquivalent
      – Angemessener Kälteschutz
      – 2 getrennte Atemregler Systeme
      – Gültige Tauchtauglichkeitsbescheinigung
      – Gültiger Versicherungsnachweis

      Ich würde dir empfehlen, mit dem Team der Tauchschule Sorpesee zu sprechen.

      Viele Grüße
      Carsten

  2. Thomas 25. Dezember 2014 - Antworten

    Hallo Sigrun,

    ein Tauchen ist bei uns an entsprechenden Terminen immer möglich.
    Wichtig ist, dass die oben genannten Punkte erfüllt sind.
    Um die Sicherheit aller Taucher zu gewährleisten, ist eine sichere Tarrierung Voraussetzung, da sich sehr leichtes Sediment auf dem Boden befindet, welches die Sicht sehr schnell massiv einschränken kann, wenn es durch unkontrollierte Flossen- oder Handbewegung aufgewirbelt wird.
    Wie Carsten schon sagte, ausreichender Kälteschutz, wir haben acht Grad, und bei einem Tauchgang von 45min kann es in einem Nassanzug schon kalt werden, aber es gibt natürlich die Möglichkeit, das Wasser frühzeitig zu verlassen.
    Falls du von weiter her kommst helfen wir dir auch gerne bei einer schönen Unterkunft und empfehlen dir am nächsten Tag noch einen schönen Tauchgang bei uns in der Sorpetalsperre.
    Wenn du noch weitere Fragen hast, stehen wir dir gerne zur Verfügung und freuen uns, dich und deine Buddys bei uns begrüßen zu dürfen.

    Viele Grüße aus Nuttlar.
    Thomas

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