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Serie Vereisung: Teil 3 Technische Aspekte

Serie Vereisung: Teil 3 Technische Aspekte

Im heutigen Beitrag wollen wir uns den technischen Aspekten widmen.

Wie bereits im ersten Beitrag erwähnt, liegt die Ursache einer Vereisung in der Regel in der zweiten Stufe. Hier treffen Feuchtigkeit  und kalte Temperaturen in hohem Maße aufeinander.

Feuchte Kompressorluft oder Restfeuchte in der ersten Stufe können ebenfalls eine mögliche Ursache für eine Vereisung sein.

1. Stufen

Generell sind kolbengesteuerte erste Stufe deutlich anfälliger, als membrangesteuerte erste Stufe. Dies liegt, bei einfach konstruierten kolbengesteuerten ersten Stufen, hauptsächlich daran, dass die Ventilkammer (Stichworte Luftexpansion und Abkühlung) und die Umgebungsdruckkammer (hier dringt das Wasser ein) nur durch einen dynamischen O-Ring getrennt werden. Hier treffen also sehr kalte Temperaturen (-15 bis -30°C) und Wasser aufeinander und werden durch einen wenige 1-3 mm starken O-Ring getrennt. Daher muss hier hoher technischer Aufwand betrieben werden, um diese Stufen gegen ein Einfrieren resistenter zu machen.

Bei membrangesteuerten ersten Stufen kapselt die Membran das Ventilsystem gegenüber dem Wasser vollständig ab. Um den Federstellraum zusätzlich vor einer äußeren Vereisung zu schützen, gibt es (meistens) optional sogenannte Dry-Kits. Diese werden an der ersten Stufe montiert und kapseln den Federstellraum (hier sitzt die Mitteldruckeinstellschraube und die Mitteldruckfeder) vom Wasser ab. Dies trägt vor allem vor und nach dem Tauchgang dazu bei, dass sich z.B. bei Minustemperaturen kein Eis um die Feder bildet und damit das System am Arbeiten hindert.

Bei Mares gibt es grundsätzlich zwei Varianten. Das CWD-Kit (Cold Water Dry-Kit) und das Öl-Kit (Abyss 22 Navy). Bei den CWD Kits wird auf den Federstellraum eine zusätzliche Membran aufgesetzt. Zwischen beiden Membranen wird ein kleiner Kolben eingesetzt, der den Umgebungsdruck in das Ventilsystem überträgt. Beim Öl-Kit wird der Federstellraum zusätzlich mit Silikon-Öl gefüllt.

2. Stufen

Bei unseren zweiten Stufen gibt es ein exklusives Mares Patent, das neben einem hohen Atemkomfort (in Verbindung mit dem VAD System) auch maßgeblich dazu beiträgt, dass in unseren zweiten Stufen im Bereich des Kipphebels durchgängig Plusgrade erzielt werden.  Gemeint ist der Bypass, der mit Ausnahme der Aircontrol, an jeder unserer zweiten Stufen zu finden ist.

Der Bypass beginnt genau an der Ventilöffnung (Nr. 1 im Bild) der zweiten Stufe. Durch das Bypassrohr (Nr. 2 im Bild) werden über 95%, der, durch den Joule-Thomson Effekt stark abgekühlten Einatemluft, am Kipphebel (Nr. 4 im Bild) vorbei, direkt in den Mundstückkanal (Nr. 3 im Bild) geführt.

Schnittmodel Mares

Dies hat zwei Vorteile:

1. Die Luftexpansion findet vor dem Kipphebel statt. Es entstehen keine Minustemperaturen am Kipphebel. Dadurch wird das Risiko einer inneren Eisbildung und einer damit einhergehenden Blockade des Ventils minimiert.

2. Die Luft, die über das Bypassrohr strömt, wird direkt in den wärmsten Bereich der zweiten Stufe eingeleitet. Durch unsere Körperwärme und die warme Ausatemluft ist der Mundstückkanal vorgewärmt. Die abgekühlte Luft wird wieder erwärmt.

Beim Abyss Navy (oben im Titelbild) wurde die zweite Stufe und alle darin befindlichen Teile, mit einer Fluoropolymerharz-Beschichtung (= schwarze Beschichtung) versehen. Diese ist vergleichbar mit der Beschichtung in einer Teflonpfanne. Durch die Versiegelung der Oberfläche wird ein Anhaften von kleinen Eiskristallen im Inneren der Stufe verhindert, die mit fortschreitender Beatmung wachsen könnten.

Was kann der Taucher tun?

1. Regelmäßige Revision

Auch wenn die Revision einen Kostenpunkt darstellt, sollte darauf nicht verzichtet werden. Hier sollte auch darauf geachtet werden, dass der Shop bzw. der Service Techniker auch eine entsprechende Ausbildung hat, bzw. beim jeweiligen Hersteller ein Technikseminar besucht hat. Jeder Hersteller hat seine Eigenheiten, angefangen beim korrekten Mitteldruck, über Drehmomente der Schrauben bis hin zu welcher O-Ring getauscht wird oder nicht (bei Mares werden beispielsweise alle O-Ringe getauscht).

Autorisierte Mares Servicepartner findet ihr hier: Service Partner (gekennzeichnet mit „Mares Lab“)

2. Nach dem Tauchgang den Regler ordentlich spülen und anschließend bei geöffneter Schutzkappe trocknen lassen. Bei der zweiten Stufe darauf achten, nicht die Luftdusche zu drücken, solange die Stufe nicht unter Druck steht.

Autor

Ein Kommentar to “Serie Vereisung: Teil 3 Technische Aspekte”

  1. Jo 27. November 2013 - Antworten

    Es ist leider aus dem Artikel nicht ersichtlich was die Unterschiede zwischen dem Dry Kit und dem Oil Kit sind.

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