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Trockentauchanzüge

Trockentauchanzüge

Die Blätter fallen von den Bäumen, der Regen prasselt an die Scheibe. Ein sicheres Indiz dafür, dass der Herbst vor der Tür steht. Vorbei ist die Zeit der angenehmen Wassertemperaturen, die kalte Jahreszeit beginnt.

Wer dennoch auf das Tauchen in heimischen Gewässern nicht verzichten möchte, hat eigentlich nur zwei Optionen:

  • Option 1: Ein gut sitzender Neoprenanzug (vornehmlich Halbtrocken) ggfls. ergänzt um Eisweste, dicke Handschuhe und Kopfhaube, getreu dem Motto viel hilft viel
    oder
  • Option 2: Ein Trockentauchanzug!

Dem Trockie lastet bis heute das Vorurteil an, nur für den „Hardcore-Kaltwasser-Taucher“ oder konträr für das totale Weichei geeignet zu sein. Getreu dem Motto „Beim richtigen Tauchen muss man nass werden (und frieren)!“

So oder so ähnlich lauten häufig die überholten Ansichten, doch spätestens nach dem Tauchgang, beim Verlassen des Gewässers, stehen eben jene bereits frierend am Ufer und werfen eifersüchtige Blicke auf den Taucher, der trocken seinem Anzug entsteigt.

Dazu passendes Schmankerl:

Der Schauspieler Dirk Moritz (u.a. „Verbotene Liebe“), ein Freund des Hauses, hat sich vergangenen April von Simon und mir, nach langer Überzeugungsarbeit, dazu überreden lassen, einen Trockie auszuprobieren.

Die anfänglich unterschwellige Kritik (Mail Zitat) „Trocki war ja eure Idee aber langsam glaube ich auch das die Dinger Besser sind“ ist zwischenzeitlich der totalen Euphorie gewichen.

dirk

Dirk: „Ich war Jahrelang sowas was viele einen Hardcore Taucher nennen. Pro Jahr 70  Tauchgänge nur in Deutschen Seen. Allen voran Hemmoor. Dies aber auch bis in den Dezember rein und 3-4 Tg am Tag. Nicht nur einmal konnte ich meine Hände nicht mehr bewegen, geschweige denn meinen Körper spüren.Ich hatte Vorurteile weil ich dachte, das Gefühl beim Tauchen wird nicht das selbe sein. Doch zu meiner Überraschung …es war geil. Getestet natürlich in Hemmoor und ein ganz neues Gefühl …tauchen geht auch ohne Frieren!

Seit dem April diesen Jahres 57 Tauchgänge damit gemacht…und was soll ich sagen, Danke Mares. In Deutschland nur noch mit  Trocki!“

Seit dem war er nur noch im Pro Fit gesehen ….

Das Angebot an Trockentauchanzügen ist heute größer denn je, dadurch ist das Preisniveau auf ein sehr moderates Level gesunken. Einsteigeranzüge aus dem Vorjahr sind bereits zu Preisen verfügbar, die früher für einen hochwertige Halbtrockenanzug aufgerufen wurden. Wir können daher nur jedem, der regelmäßig im Kaltwasser tauchen geht, ans Herz legen, mal einen Trockie auszuprobieren. Der Komfortgewinn gegenüber dem Halbtrocken- oder gar Nassanzug ist enorm!

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Trockentauchanzügen, die vorwiegend in den Geschäften anzutreffen sind:

High-Density- und Trilaminat-Anzüge.

Beim High-Density Neopren handelt es sich um ein stärker verdichtetes Neopren. Dadurch wird weniger Luft im Neopren eingeschlossen und der Auftrieb geringer. Zusätzlich isoliert das Neopren. Dadurch kann bei wärmeren Temperaturen durchaus mal auf den dicken Unterzieher verzichtet werden. Siehe Trockie Pro Fit (rechts im Bild).

mares trockies

Trilaminat-Anzüge haben eine wesentlich dünnere Materialstärke. Auf Grund der Materialbeschaffenheit verfügt der Trilaminat-Aufbau über fast keine isolierenden Eigenschaften, hier ist ein Unterzieher Pflicht. Dafür ist die Beweglichkeit besser und der Auftrieb geringer, man muss also weniger Blei mitführen. Siehe Trockie Tech Fit (links im Bild).

Wer vor einer Kaufentscheidung steht, sollte auf jeden Fall beide Anzugvarianten ausprobieren, am besten gleich im Rahmen eines Kurses zur Handhabung des Anzugs. Tauchen mit dem Trockie ist nicht gefährlicher als im herkömmlichen Neoprenanzug, aber es gibt gewisse Eigenheiten, die einem vorher vermittelt werden sollten.

Persönlich kann ich den Trockie nicht nur bei Kaltwassertauchgängen im See empfehlen. Im Mittelmeer oder auch im Winter am Roten Meer z.B. auf Safaris, ist es sehr angenehm, bereits trocken aus dem Anzug zu steigen. Man spart sich das frieren im Wind und bei 3-4 Tauchgängen am Tag auch das Frieren im Wasser.

Auch vom gesundheitlichen Standpunkt ist die Anschaffung eines Trockentauchanzuges, vor allem beim regelmäßigen Kaltwassertauchen, sinnvoll: Beim Tauchen mit Nass- oder Halbtrockenanzug kühlt der Körper deutlich schneller aus. Zu Beginn des Tauchgangs ist die Körpertemperatur noch normal, das Gewebe sättigt sich mit Stickstoff auf. Mit fortschreitender Tauchzeit und vor allem gegen Ende des Tauchgangs kühlt der Körper immer stärker aus. Die Durchblutung der Extremitäten wird zurückgefahren, der Kreislauf verlangsamt sich. Dadurch wird die Entsättigung, also die Stickstoffabgabe verlangsamt, es steigt das Risiko von DCS Symptomen.

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